Vitamin-A-Lebensmittel: Tabelle der besten Quellen
Zuletzt Aktualisiert: 10.08.2026

Ein einziges Leberwurstbrot deckt den Tagesbedarf mehr als doppelt: Schon 30 g Kalbsleberwurst liefern 1.980 µg RAE, empfohlen sind 700 bis 850 µg pro Tag. Kaum ein Nährstoff ist so ungleich über unsere Lebensmittel verteilt wie Vitamin A. Auf der einen Seite steht Leber mit extremen Mengen, auf der anderen liefern viele Alltagsprodukte fast nichts. Dazwischen liegt das Provitamin Beta-Carotin aus Gemüse und Obst, das dein Körper erst in die aktive Form umwandeln muss. Dieser Artikel zeigt dir in zwei Tabellen, welche Vitamin-A-Lebensmittel wirklich viel bringen, wie viel du täglich brauchst, warum ein Teelöffel Öl über die Aufnahme entscheidet und wann zu viel Vitamin A zum Problem wird.
Welche Lebensmittel enthalten am meisten Vitamin A?
Am meisten Vitamin A steckt in Leber und Leberprodukten: Kalbsleber liefert 23.860 µg RAE pro 100 g, Kalbsleberwurst rund 6.600 µg pro 100 g. Mit großem Abstand folgen Butter (etwa 620 µg), Camembert (524 µg) und Eier, danach Milchprodukte und fetter Fisch wie Aal (DGE 2020).
Vorgebildetes Vitamin A steckt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln, als direkt verwertbares Retinol. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Quellen mit realistischen Portionsgrößen, berechnet nach den Portionsangaben der DGE:
Vitamin-A-Lebensmittel (tierisch) | Portion | µg RAE pro Portion | ca. µg RAE pro 100 g |
|---|---|---|---|
Kalbsleber | 100 g | 23.860 | 23.860 |
Kalbsleberwurst | 30 g | 1.980 | 6.600 |
Butter | 20 g | 124 | 620 |
Camembert (60 % Fett i. Tr.) | 30 g | 157 | 524 |
Kuhmilch (3,5 % Fett) | 150 ml | 48 | 32 |
⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.
Warum ist Leber so extrem reich an Vitamin A?
Die Leber ist das zentrale Speicherorgan für Vitamin A, beim Menschen genauso wie beim Tier. Ein gut versorgter Organismus lagert dort Retinylester als Reserve für Monate ein. Isst du Tierleber, isst du diesen kompletten Speicher mit. Genau deshalb reicht rechnerisch schon eine kleine Portion Leber alle paar Wochen, um den Bedarf zu decken. Und aus demselben Grund gilt: Leber ist praktisch das einzige Lebensmittel, mit dem du Vitamin A überdosieren kannst, wenn es regelmäßig auf dem Teller landet. Mehr dazu weiter unten im Abschnitt zur Überversorgung.

Wie viel Vitamin A brauchst du am Tag?
Erwachsene Männer benötigen laut DGE 850 µg RAE pro Tag, Frauen 700 µg. Für Schwangere gilt ein Referenzwert von 800 µg, für Stillende von 1.300 µg RAE täglich. Die Werte wurden 2020 neu abgeleitet und beziehen sich seither auf das Retinolaktivitätsäquivalent, das die Umwandlung von Beta-Carotin realistischer abbildet als früher.
Gruppe | Referenzwert (µg RAE/Tag) |
|---|---|
Männer (19 bis 65+ Jahre) | 850 |
Frauen (19 bis 65+ Jahre) | 700 |
Schwangere | 800 |
Stillende | 1.300 |
Jugendliche (13 bis unter 19 Jahre) | 700 bis 950 |
Kinder (1 bis unter 13 Jahre) | 300 bis 600 |
⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.
Die gute Nachricht: Ein Mangel ist hierzulande selten. Laut Nationaler Verzehrsstudie II nehmen Frauen im Schnitt 1.000 µg und Männer 1.200 µg Retinoläquivalent pro Tag auf, beide Gruppen liegen damit über dem Referenzwert (DGE 2020). Die Hauptlieferanten sind Fleisch, Wurstwaren und Gemüse. Ein primärer, rein ernährungsbedingter Vitamin-A-Mangel wird in Deutschland nach DGE-Angaben nur sehr selten festgestellt; welche Anzeichen auf eine Unterversorgung hindeuten können, liest du im Artikel zu Vitamin-A-Mangel-Symptomen. Trotzdem lohnt der Blick darauf, welche Lebensmittel dein Vitamin A tatsächlich liefern: Wer weder Leber noch viel buntes Gemüse isst, schöpft seinen Bedarf deutlich knapper aus, als der Durchschnitt vermuten lässt.
Was sind die besten pflanzlichen Vitamin-A-Lebensmittel?
Die besten pflanzlichen Vitamin-A-Lebensmittel sind gegarte Karotten (rund 1.175 µg RAE pro 150-g-Portion), Süßkartoffeln (935 µg pro 150 g) und Spinat (661 µg pro 150 g). Sie liefern kein fertiges Retinol, sondern Beta-Carotin, das dein Körper in Vitamin A umwandelt. Auch Feldsalat, Honigmelone und Aprikosen tragen messbar zur Versorgung bei.
Vitamin-A-Lebensmittel (pflanzlich) | Portion | µg RAE pro Portion | ca. µg RAE pro 100 g |
|---|---|---|---|
Karotte (gegart) | 150 g | 1.175 | 783 |
Süßkartoffel (gegart) | 150 g | 935 | 623 |
Spinat (tiefgekühlt, gegart) | 150 g | 661 | 441 |
Honigmelone | 125 g | 486 | 389 |
Feldsalat | 50 g | 138 | 276 |
Aprikose | 50 g | 59 | 118 |
Kürbis (gegart) | 150 g | 73 | 49 |
Tomate (roh) | 100 g | 49 | 49 |
⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.
Die 12:1-Regel: So rechnet sich Beta-Carotin in Vitamin A um
Aus 12 µg Beta-Carotin entsteht im Körper etwa 1 µg RAE, bei anderen Provitamin-A-Carotinoiden liegt das Verhältnis sogar bei 24:1 (DGE 2020). Beta-Carotin ist trotzdem die wichtigste Provitamin-A-Quelle des Menschen, weil es die höchste Umwandlungsrate besitzt und mengenmäßig am meisten verzehrt wird (Grune et al., The Journal of Nutrition 2010). Ältere Tabellen rechnen noch mit dem Retinoläquivalent und dem Faktor 6:1; dieselbe Karotte sieht dort auf dem Papier doppelt so stark aus. Achte beim Vergleichen von Nährwerttabellen also immer auf die Einheit.
Warum gehört immer etwas Fett dazu?
Vitamin A und Beta-Carotin sind fettlöslich: Ohne Fett in der Mahlzeit nimmt dein Darm sie nur schlecht auf. Nötig ist wenig, laut DGE reichen 2,4 bis 5 g Fett pro Mahlzeit, ungefähr ein Teelöffel Öl oder ein dünn bestrichenes Butterbrot. Ein Beispiel aus dem Alltag: Wer mittags einen Karottensalat ganz ohne Dressing isst, verschenkt einen großen Teil des Beta-Carotins; schon ein Teelöffel Rapsöl ändert das. Garen hilft zusätzlich, weil Hitze die Zellwände aufbricht und das Carotin verfügbarer macht. Gegarte Karotten schneiden deshalb besser ab als rohe. Tierische Lebensmittel mit viel Vitamin A, etwa Butter oder Eigelb, bringen ihr Fett dagegen von Natur aus mit.

Reicht eine vegane Ernährung für die Vitamin-A-Versorgung?
Ja, eine ausreichende Versorgung ist laut DGE auch rein pflanzlich möglich, allerdings nur mit bewusst gewählten Lebensmitteln, die viel Provitamin A liefern: Karotten, Süßkartoffeln und dunkelgrünes Blattgemüse. Da vorgebildetes Vitamin A komplett fehlt, hängt alles an der Umwandlung von Beta-Carotin, und die fällt individuell sehr unterschiedlich aus.
Drei Faktoren entscheiden mit: Erstens die Fettverdauung, denn chronische Darm-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen können die Aufnahme stören. Zweitens die Enzymausstattung, die genetisch variiert. Drittens die Schilddrüse: Für eine effiziente Umwandlung von Carotinoiden zu Vitamin A ist laut DGE eine adäquate Schilddrüsenfunktion entscheidend. Wer vegan lebt und gleichzeitig eine träge Schilddrüse hat, kombiniert also zwei Risikofaktoren. Ein Blick auf den TSH-Wert kann in dieser Situation zusätzlichen Kontext liefern. Interessant ist auch die Verbindung zum Eisenstoffwechsel: Ein Vitamin-A-Mangel kann die Eisenverwertung im Körper beeinträchtigen und so zu Blutarmut beitragen (Semba und Bloem, European Journal of Clinical Nutrition 2002). Wenn du deinen Eisenspeicher im Blick behalten willst, ist Ferritin der passende Marker. Übrigens: Auch bei Vitamin B12 ist Leber Spitzenreiter, dort ist die vegane Lücke aber deutlich größer als bei Vitamin A.
Kann man Vitamin A im Blut messen?
Ja, Retinol lässt sich im Serum bestimmen, der Wert ist aber nur begrenzt aussagekräftig: Der Körper hält den Blutspiegel aus seinen Leberspeichern lange stabil, sodass er erst absinkt, wenn die Reserven weitgehend erschöpft sind. Eine beginnende Unterversorgung zeigt der Blutwert deshalb oft nicht an. Wer regelmäßig Lebensmittel mit viel Vitamin A isst, braucht den Wert in aller Regel nicht testen zu lassen.
Genau aus diesem Grund misst Damoi Vitamin A nicht. In unser Panel Schilddrüse & Vitamine haben wir stattdessen die Vitamine aufgenommen, bei denen Blutwerte in DACH tatsächlich häufig auffällig sind, allen voran Vitamin D: In der DEGS1-Studie des Robert Koch-Instituts lagen 61,6 % der Erwachsenen in Deutschland unter der als ausreichend geltenden Schwelle von 50 nmol/l, 30,2 % sogar unter 30 nmol/l (Rabenberg et al., BMC Public Health 2015). Dazu kommen aktives B12 und Ferritin. Wir sehen bei unseren Nutzern regelmäßig, dass genau diese drei Werte über Monate getrackt die spannendsten Verläufe zeigen, etwa wenn der Vitamin-D-Spiegel im Winter absackt. Welche Marker es insgesamt sind, zeigt die Übersicht aller Damoi-Panels. Falls du dich generell müde und erschöpft fühlst, findest du im Artikel zu Müdigkeit und Blutwerten die passende Teststrategie.
Fettlösliche Vitamine im Blick: So testet Damoi
Vitamin A misst Damoi bewusst nicht, Vitamin D dagegen schon: Im Panel Schilddrüse & Vitamine trackst du den Wert bequem von zuhause und siehst über Monate, wie Ernährung, Sonne und Jahreszeit deinen Spiegel verändern.
Kann man zu viel Vitamin A aufnehmen?
Ja, über normale Lebensmittel nimmst du selten zu viel Vitamin A auf: Kritisch sind Leber und hochdosierte Präparate. Die EFSA hat 2024 die tolerierbare Gesamtzufuhr für vorgebildetes Vitamin A auf 3.000 µg pro Tag festgelegt, das gilt auch für Schwangere und Stillende (EFSA Journal 2024). Eine normale Portion Kalbsleber überschreitet diese Grenze bereits um ein Vielfaches, als gelegentliche Mahlzeit ist das unproblematisch, als wöchentliche Routine nicht.
Eine chronische Überversorgung kann sich unter anderem durch Übelkeit, Kopfschmerzen, trockene Haut, Haarausfall und brüchige Nägel bemerkbar machen und langfristig die Leber belasten (DGE 2020). Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das BfR deshalb eine Höchstmenge von nur 0,2 mg (200 µg) Retinol pro Tagesdosis. Beta-Carotin aus Gemüse und Obst ist dagegen unkritisch: Der Körper drosselt die Umwandlung bei guter Versorgung von selbst. Eine leichte Gelbfärbung der Haut nach sehr viel Karotte oder Kürbis ist laut DGE gesundheitlich unbedenklich und verschwindet wieder.
Häufige Fragen zu Vitamin-A-Lebensmitteln
Welches Lebensmittel hat am meisten Vitamin A?
Kalbsleber ist mit 23.860 µg RAE pro 100 g das mit Abstand reichste Vitamin-A-Lebensmittel, gefolgt von Leberwurst mit rund 6.600 µg pro 100 g. Unter den pflanzlichen Quellen führen gegarte Karotten mit etwa 783 µg RAE pro 100 g, gefolgt von Süßkartoffeln und Spinat.
Wie viele Karotten decken den Tagesbedarf an Vitamin A?
Eine Portion von 150 g gegarten Karotten liefert etwa 1.175 µg RAE und deckt den Tagesbedarf von 700 bis 850 µg damit rechnerisch komplett. Das entspricht ungefähr zwei mittelgroßen Karotten. Wichtig ist etwas Fett dazu, zum Beispiel ein Teelöffel Öl, damit der Körper das Beta-Carotin aufnehmen kann.
Welche Vitamin-A-Lebensmittel eignen sich für Veganer?
Vegan geeignete Quellen sind Karotten, Süßkartoffeln, Spinat, Grünkohl, Feldsalat, Kürbis, Honigmelone und Aprikosen. Sie liefern Beta-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A bildet. Da die Umwandlung mit dem Faktor 12:1 verrechnet wird, brauchst du täglich mehrere Portionen buntes Gemüse, kombiniert mit etwas Fett.
Warum soll man Vitamin A mit Fett essen?
Vitamin A und Beta-Carotin sind fettlöslich und werden ohne Fett im Darm kaum aufgenommen. Laut DGE reichen bereits 2,4 bis 5 g Fett pro Mahlzeit, also ungefähr ein Teelöffel Öl oder ein dünn bestrichenes Butterbrot, um die Aufnahme deutlich zu verbessern.
Kann ich meinen Vitamin-A-Spiegel bei Damoi testen?
Nein, Vitamin A gehört nicht zu den 33 Damoi-Markern, weil der Retinol-Blutwert eine beginnende Unterversorgung meist nicht anzeigt und ein Mangel in Deutschland selten ist. Damoi misst im Panel Schilddrüse und Vitamine stattdessen Vitamin D, aktives B12 und Ferritin, deren Blutwerte deutlich häufiger auffällig sind.
Fazit: Bunte Vielfalt schlägt Extremquellen
Du brauchst keine Leber auf dem Wochenplan, um deinen Bedarf an Vitamin A über normale Lebensmittel zu decken. Regelmäßig Karotten, Süßkartoffeln, Spinat und Co., dazu Milchprodukte, Eier und immer ein wenig Fett zur Mahlzeit: Damit erreichst du die 700 bis 850 µg RAE zuverlässig, ohne der Überdosierungsgrenze auch nur nahezukommen. Ähnlich wie bei Omega-3-Lebensmitteln gilt: Die Mischung über die Woche zählt, nicht das einzelne Superfood. Und wenn du wissen willst, wie es um die Vitamine steht, die in DACH wirklich häufig fehlen, findest du bei Vitamin D den passenden Einstieg und in den Damoi-Panels den Test dazu.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (2020). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin A. DGE-FAQ (PDF)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin A. dge.de
EFSA Panel on Nutrition (2024). Scientific opinion on the tolerable upper intake level for preformed vitamin A and β-carotene. EFSA Journal. DOI 10.2903/j.efsa.2024.8814
Grune, T., Lietz, G., Palou, A., Ross, A. C. et al. (2010). Beta-carotene is an important vitamin A source for humans. The Journal of Nutrition, 140(12), 2268S-2285S. PubMed
Semba, R. D., Bloem, M. W. (2002). The anemia of vitamin A deficiency: epidemiology and pathogenesis. European Journal of Clinical Nutrition, 56(4), 271-281. PubMed
Rabenberg, M., Scheidt-Nave, C., Busch, M. A. et al. (2015). Vitamin D status among adults in Germany. BMC Public Health, 15, 641. PubMed
Verbraucherzentrale (2025). Vitamin A-Produkte: Was ist sinnvoll? verbraucherzentrale.de
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Damoi diagnostiziert keine Erkrankungen und gibt keine Therapieempfehlungen.
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