Großes Blutbild: Werte, Kosten und was es zeigt

Zuletzt Aktualisiert: 15.07.2026

Kurzantwort: Ein großes Blutbild kombiniert das kleine Blutbild mit dem Differentialblutbild und erfasst rund 20 Werte deiner roten und weißen Blutkörperchen. Es ist eine der häufigsten Laboruntersuchungen überhaupt (StatPearls, 2024). Als reine Laboranalyse kostet es nur etwa 5 bis 20 Euro; bei einem medizinischen Anlass übernimmt die Krankenkasse die Kosten komplett.

Viele glauben, ein großes Blutbild sei der große Rundum-Check: einmal Blut abnehmen und alle wichtigen Werte auf einen Schlag sehen. Das stimmt so nicht. Ein großes Blutbild schaut ausschließlich auf deine Blutzellen, also auf rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Cholesterin, Blutzucker, Schilddrüse, Vitamine oder Hormone tauchen darin gar nicht auf. Wer das nicht weiß, verlässt die Praxis mit einem unauffälligen Befund und dem falschen Gefühl, komplett durchgecheckt zu sein.

In diesem Artikel bekommst du alle Werte eines großen Blutbilds als Tabelle mit Normalbereichen, erfährst, was ein großes Blutbild 2026 wirklich kostet und wer zahlt, und was verändertes Blut über deine Gesundheit verraten kann. Vor allem aber zeigen wir dir, was ein Blutbild bewusst offenlässt, und welche Werte du zusätzlich brauchst, um ein vollständiges Bild zu bekommen. Alle Zahlen mit Quelle, ohne Diagnose-Versprechen.

Was ist ein großes Blutbild?

Ein großes Blutbild ist ein kleines Blutbild plus Differentialblutbild, also die genaue Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen in ihre Unterarten. Während das kleine Blutbild nur die Gesamtzahl der Leukozyten zählt, teilt das große Blutbild diese in Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile auf. Dadurch entsteht ein deutlich feineres Bild deiner Blutbildung und deines Immunsystems.

Beide Varianten werden aus einer Blutprobe im Labor bestimmt, meist aus venösem Blut aus der Armvene. Das kleine Blutbild gehört zu fast jeder Routineuntersuchung. Das große Blutbild wird ergänzend angefordert, wenn ein Arzt genauer wissen will, was in deinem Immunsystem passiert, etwa bei einem hartnäckigen Infekt, unklaren Entzündungszeichen oder einem auffälligen kleinen Blutbild.

Kleines Blutbild und großes Blutbild: der Unterschied

Der Unterschied liegt allein in der Differenzierung der weißen Blutkörperchen. Das kleine Blutbild liefert rote Blutkörperchen, Hämoglobin, Hämatokrit, die Zellindizes MCV, MCH und MCHC, die Blutplättchen und die Gesamtzahl der Leukozyten. Das große Blutbild nimmt genau diese Werte und ergänzt sie um das Differentialblutbild. Für Patientinnen und Patienten heißt das: gleiche Blutabnahme, mehr Information. Ein größerer Piks oder ein zweiter Termin ist dafür nicht nötig.

Was bedeutet Differentialblutbild?

Das Differentialblutbild zählt, wie sich deine weißen Blutkörperchen zusammensetzen. Jede Unterart hat eine eigene Aufgabe: Neutrophile bekämpfen vor allem Bakterien, Lymphozyten steuern die gezielte Immunantwort, Monozyten räumen als Fresszellen auf, Eosinophile reagieren bei Parasiten und Allergien, Basophile spielen bei allergischen Reaktionen mit. Verschiebt sich dieses Muster, kann das auf Infektionen, Allergien oder Entzündungen hinweisen. Moderne Zählautomaten erledigen die Differenzierung heute in Sekunden, früher zählte ein Labormensch die Zellen unter dem Mikroskop aus.

Welche Werte umfasst ein großes Blutbild?

Ein großes Blutbild umfasst rund 20 Einzelwerte: die roten Blutkörperchen mit ihren Kennzahlen, die Blutplättchen und die aufgeschlüsselten weißen Blutkörperchen. Der komplette Satz aus roten und weißen Zellen macht das große Blutbild zu einem der informationsreichsten Standardtests der Medizin. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Normalwerte für gesunde Erwachsene. Die genauen Referenzbereiche hängen immer vom Labor und der Messmethode ab.

Wert

Normalbereich (Erwachsene)

Was er zeigt

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

4.000 bis 10.000 /µl

Immunabwehr, Infektzeichen

Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

Männer 4,5 bis 5,9, Frauen 4,2 bis 5,4 Mio./µl

Sauerstofftransport

Hämoglobin (Hb)

Männer 13,5 bis 17,5, Frauen 12,0 bis 16,0 g/dl

Blutfarbstoff, Sauerstoffbindung

Hämatokrit (Hkt)

Männer 40 bis 54 %, Frauen 37 bis 47 %

Zellanteil im Blut

MCV

80 bis 100 fl

mittleres Volumen der roten Zellen

MCH

27 bis 34 pg

Hämoglobin pro roter Zelle

MCHC

32 bis 36 g/dl

Hämoglobin-Dichte der roten Zellen

Thrombozyten (Blutplättchen)

150.000 bis 400.000 /µl

Blutgerinnung

Neutrophile Granulozyten

40 bis 70 %

Abwehr von Bakterien

Lymphozyten

20 bis 45 %

gezielte Immunantwort

Monozyten

2 bis 8 %

Fresszellen, Aufräumen

Eosinophile Granulozyten

1 bis 4 %

Parasiten, Allergien

Basophile Granulozyten

0 bis 1 %

allergische Reaktionen

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.

Zur Einordnung ein paar feste Grenzwerte, die weitgehend laborunabhängig gelten. Als normal für die weißen Blutkörperchen gilt ein Bereich von etwa 4.500 bis 11.000 Zellen pro Mikroliter; alles darüber heißt Leukozytose (El Brihi & Pathak, StatPearls 2024). Ein Hämoglobin unter 12,0 g/dl bei Frauen und unter 13,0 g/dl bei Männern gilt laut Weltgesundheitsorganisation als Anämie (WHO, Guideline on haemoglobin cutoffs, 2024). Und bei den Blutplättchen wird eine ernste Blutungsneigung meist erst unterhalb von 50.000 pro Mikroliter relevant.

Rote Blutkörperchen und ihre Kennzahlen

Die roten Werte drehen sich um den Sauerstofftransport. Hämoglobin ist der eigentliche Sauerstoffträger, Erythrozyten und Hämatokrit beschreiben Menge und Anteil der roten Zellen. Die Indizes MCV, MCH und MCHC verraten, ob die roten Blutkörperchen zu klein, zu groß oder blass sind, und geben damit einen ersten Hinweis auf die Art einer Blutarmut. Kleine Zellen (niedriger MCV) sprechen oft für Eisenmangel, große Zellen (hoher MCV) eher für einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure. Wie Hämoglobin und Eisen genau zusammenspielen, liest du im Detail im Beitrag zum Hämoglobin- und Hb-Wert.

Weiße Blutkörperchen und Blutplättchen

Die weißen Blutkörperchen sind deine Immunzellen, die Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung. Beim großen Blutbild interessiert nicht nur die Gesamtzahl der Leukozyten, sondern ihre Verteilung. Ein Anstieg der Neutrophilen spricht eher für eine bakterielle Infektion, ein Anstieg der Lymphozyten eher für eine virale. Die Blutplättchen zeigen, wie gut dein Blut gerinnen kann: zu wenige erhöhen die Blutungsneigung, zu viele können das Gerinnungssystem in die andere Richtung belasten.

Was kostet ein großes Blutbild?

Ein großes Blutbild kostet als reine Laboranalyse nur etwa 5 bis 6 Euro, als komplette Selbstzahlerleistung in der Praxis rund 20 Euro. Liegt ein medizinischer Anlass vor, zahlt die gesetzliche Krankenkasse alles, so oft es nötig ist. Die oft genannten 100 bis 200 Euro entstehen erst durch Zusatzwerte, die gar nicht zum großen Blutbild gehören. Genau dieser Unterschied wird online ständig durcheinandergeworfen.

Leistung

Typische Kosten (Selbstzahler)

Großes Blutbild, reine Laboranalyse

ca. 5 bis 6 €

Blutentnahme (GOÄ, 2,3-facher Satz)

ca. 4 €

Ärztliche Beratung und Auswertung

ca. 11 €

Großes Blutbild komplett (Selbstzahler)

ca. 20 €

Bei medizinischem Anlass (GKV)

0 € für dich

Zusatzwert Vitamin D

ca. 21 €

Zusatzwert Ferritin oder Vitamin B12

je ca. 17 €

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Preise dienen der Orientierung, richten sich nach dem GOÄ-Steigerungsfaktor und unterscheiden sich je nach Region und Praxis. Sie ersetzen keinen Kostenvoranschlag.

Wer zahlt: Krankenkasse oder Selbstzahler?

Ob du zahlst, hängt allein vom Anlass ab, nicht vom Umfang des Blutbilds. Besteht eine medizinische Notwendigkeit, also Beschwerden, ein auffälliger Befund oder eine Therapiekontrolle, ist ein großes Blutbild eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und für dich kostenlos. Zusätzlich gehört ein Blutbild ab 35 Jahren alle drei Jahre zum kostenlosen Gesundheits-Check-up. Willst du dagegen ohne konkreten Anlass ein Blutbild aus reiner Vorsorge, gilt es als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und du zahlst selbst.

Privat Versicherte sollten in ihren Tarif schauen. Basistarife erstatten meist nur medizinisch notwendige Untersuchungen, während hochwertige Tarife oft auch Vorsorge- und Wunschleistungen wie ein Vitamin-D-Screening oder einen Ferritin-Check nach der Gebührenordnung für Ärzte übernehmen. Ein kurzer Blick in die Leistungsbeschreibung vor dem Termin erspart dir eine unerwartete Rechnung.

Warum kursieren 100 bis 200 Euro?

Die hohen Beträge stammen fast immer aus Paketen, die weit über ein großes Blutbild hinausgehen. In der Realität werden bei einem privaten Check häufig Schilddrüsenwerte, Leberwerte, Blutfette, Blutzucker und Vitamine mitbestimmt. Diese Werte sind kein Bestandteil des großen Blutbilds, sondern eigene Laboruntersuchungen mit eigenen Kosten. Allein die Laboranalyse solcher Zusatzwerte kann rund 100 Euro ausmachen. Wer also von einem teuren großen Blutbild liest, zahlt in Wahrheit für ein ganzes Bündel zusätzlicher Marker. Der Praxis-Tipp: Lass dir vor einer Selbstzahlerleistung schriftlich sagen, welche Werte bestimmt werden und was sie kosten.

Wann ist ein großes Blutbild sinnvoll und wie oft?

Ein großes Blutbild ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine Infektion, Entzündung oder eine Störung der Blutbildung besteht. Typische Anlässe sind anhaltendes Fieber, unklare Erschöpfung, häufige Infekte, vergrößerte Lymphknoten oder ein auffälliges kleines Blutbild, das genauer eingeordnet werden soll. Als reine Routine ohne Beschwerden ist das große Blutbild dagegen nicht nötig.

Wie oft ein Blutbild gemacht wird, richtet sich nach dem Anlass. Bei akuten Beschwerden oder einer laufenden Therapie kann es innerhalb weniger Wochen mehrfach kontrolliert werden. Ein festes Recht auf ein jährliches Wunsch-Blutbild gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht. Der kostenlose Gesundheits-Check-up mit Blutbild steht dir ab 35 Jahren alle drei Jahre zu, zwischen 18 und 35 einmalig. Wer seine Werte engmaschiger verfolgen will, etwa aus Interesse an der eigenen Prävention, tut das eigenverantwortlich.

Was bedeuten veränderte Werte im großen Blutbild?

Veränderte Werte im großen Blutbild sind ein Hinweis, keine Diagnose. Sie zeigen, dass sich etwas in der Blutbildung oder im Immunsystem verschoben hat, sagen aber selten von allein, warum. Erst die Kombination aus mehreren Werten, der Krankengeschichte und weiteren Untersuchungen ergibt ein aussagekräftiges Bild. Deshalb gehört ein auffälliges Blutbild immer in ärztliche Hände.

Erhöhte oder erniedrigte weiße Blutkörperchen

Zu viele weiße Blutkörperchen (Leukozytose, über etwa 11.000 pro Mikroliter) treten am häufigsten bei Infektionen und Entzündungen auf, aber auch bei Stress, nach Verletzungen, bei Rauchen oder durch bestimmte Medikamente wie Kortison. Zu wenige weiße Blutkörperchen (Leukopenie) können nach Virusinfekten, bei einer Knochenmarksschädigung oder unter einer Chemotherapie vorkommen. Welche Unterart sich verschiebt, grenzt die Ursache weiter ein: steigen die Neutrophilen, deutet das eher auf Bakterien, steigen die Eosinophilen, eher auf Allergien oder Parasiten.

Was die Zusammensetzung zusätzlich verrät

Ein Blutbild kann mehr als die einzelnen Zellzahlen. Das Verhältnis von Neutrophilen zu Lymphozyten, der sogenannte NLR-Wert, gilt inzwischen als leicht verfügbarer Marker für den Entzündungszustand des Körpers und hängt in Studien mit dem Krankheitsverlauf zusammen (Buonacera et al., Int J Mol Sci 2022). Das zeigt: Die wahre Stärke des großen Blutbilds liegt nicht in einem einzelnen Wert, sondern im Muster. Genau deshalb ist die pauschale Aussage alles im Normbereich oft weniger beruhigend, als sie klingt.

Kann ein großes Blutbild Krebs erkennen?

Ein großes Blutbild kann Hinweise auf Blutkrebs wie eine Leukämie geben, etwa durch stark veränderte oder unreife weiße Blutkörperchen. Es ist aber kein Krebs-Screening und schließt Krebs nicht aus. Solide Tumoren in Organen zeigen sich im Blutbild in der Regel gar nicht oder erst spät und unspezifisch. Ein unauffälliges Blutbild bedeutet also nicht, dass kein Tumor vorliegt, und ein auffälliger Wert bedeutet umgekehrt selten Krebs. Bei einem konkreten Verdacht sind immer weitere Untersuchungen nötig.

Blutbild unauffällig, trotzdem erschöpft?

Ein häufiges Szenario: Jemand geht wegen andauernder Müdigkeit zur Blutabnahme, das große Blutbild kommt zurück, und alles liegt im Normbereich. Trotzdem bleibt die Erschöpfung. Das ist kein Widerspruch, sondern die Regel. Denn die typischen Auslöser für ständige Müdigkeit, also ein leerer Eisenspeicher, ein Vitamin-D- oder B12-Mangel oder eine träge Schilddrüse, stehen gar nicht im Blutbild. Sie brauchen eigene Werte. Genau deshalb klingt ein unauffälliges Blutbild beruhigend, während das eigentliche Problem oft ungelöst bleibt. Wer sich trotz normaler Blutzellwerte dauerhaft schlapp fühlt, findet im Beitrag zu Müdigkeit und den passenden Blutwerten die Marker, die wirklich weiterhelfen.

Was zeigt ein großes Blutbild nicht?

Ein großes Blutbild zeigt deine Blutzellen, aber nichts über Stoffwechsel, Organe, Hormone oder Vitamine. Cholesterin, Blutzucker, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüse, Eisenspeicher und Vitaminstatus sind eigene Laboruntersuchungen und tauchen im großen Blutbild schlicht nicht auf. Das ist die wichtigste und am meisten übersehene Grenze dieses Tests: Ein völlig normales Blutbild kann neben einem deutlich erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko oder einem handfesten Vitaminmangel bestehen.

Konkret fehlen im großen Blutbild diese Bereiche, die für Prävention besonders wichtig sind. Das ApoB und die klassischen Blutfette wie LDL-Cholesterinsagen mehr über dein Herz-Kreislauf-Risiko aus als jede Blutzelle. Die Nüchtern-Glukose und das Nüchtern-Insulin zeigen, wie es um deinen Zuckerstoffwechsel steht. Der TSH-Wert verrät, ob deine Schilddrüse rund läuft. Und Vitamine wie Vitamin Daktives B12 und Folsäure sind für Energie und Nerven entscheidend und gehören zum Cluster Schilddrüse und Vitamine. Einen vollständigen Überblick, wie du solche Werte einordnest, gibt der Beitrag Blutwerte verstehen.

Der blinde Fleck beim Eisen

Ein gutes Beispiel für diese Lücke ist das Eisen. Das große Blutbild zeigt Hämoglobin und über den MCV, ob deine roten Zellen zu klein sind. Beides reagiert aber spät. Der Eisenspeicher-Marker Ferritin ist kein Teil des großen Blutbilds, fällt aber schon Wochen, bevor das Hämoglobin kippt. Wer nur ins Blutbild schaut, sieht einen beginnenden Eisenmangel erst im letzten Stadium. Eisenmangel ist dabei die häufigste Mangelerkrankung des Menschen weltweit (DGHO, Onkopedia-Leitlinie). Wie du Ferritin selbst einordnest, steht im Beitrag zu Ferritinwerten zu hoch und zu niedrig.

Momentaufnahme oder Verlauf: Warum sagt ein einzelnes Blutbild wenig?

Ein einzelnes großes Blutbild ist eine Momentaufnahme, und die schwankt. Viele Werte hängen von Tageszeit, Flüssigkeitshaushalt, Sport am Vortag, einem Infekt oder Stress ab. Ein leicht erhöhter Leukozytenwert kann schlicht bedeuten, dass du gestern hart trainiert hast. Deshalb ist die spannendere Frage nicht, ob ein Wert heute im Normbereich liegt, sondern wie er sich über die Zeit verändert.

Ein Beispiel: Ein Hämoglobin, das über sechs Monate langsam von 15,0 auf 13,6 g/dl fällt, signalisiert einen Trend, obwohl beide Zahlen im Normbereich liegen. Eine einzelne Messung würde das nie zeigen. Erst der Verlauf macht aus einer Zahl eine verwertbare Information. Für Blutzellwerte, die eine venöse Abnahme brauchen, bekommst du diesen Verlauf beim Hausarzt. Für die Stoffwechsel-, Hormon- und Vitaminwerte, die das große Blutbild auslässt, kannst du den Trend heute auch von zu Hause verfolgen.

Welche Werte ergänzen ein großes Blutbild sinnvoll?

Sinnvoll ergänzen lässt sich ein großes Blutbild durch genau die Werte, die es auslässt: Blutfette, Blutzucker, Schilddrüse, Leber, Niere, Eisenspeicher und Vitamine. Diese Marker entscheiden über einen großen Teil deiner langfristigen Gesundheit und deines Herz-Kreislauf-Risikos, stehen aber in keinem Blutbild. Wer ein wirklich vollständiges Bild will, kombiniert das Blutbild vom Arzt mit diesen Stoffwechsel- und Vitaminwerten.

Genau hier setzt Damoi an. Wir messen nicht die Blutzellen, die zum großen Blutbild gehören, sondern die 33 Stoffwechsel-, Organ-, Hormon- und Vitaminwerte, die ein Blutbild nicht abdeckt, gebündelt zum Beispiel im Stoffwechsel- und Herz-Panel. Das geht nadelfrei von zu Hause, und in der App siehst du den Verlauf über die Zeit statt einer einzelnen Momentaufnahme. In der Damoi-App sehen wir immer wieder, dass gerade diese Werte außerhalb des Blutbilds den größten Aha-Moment auslösen. So schließt du die Lücke, die ein großes Blutbild bewusst offenlässt.

Welche Marker ein großes Blutbild nicht abdeckt

Ein großes Blutbild zeigt deine Blutzellen. Damoi misst die 33 Stoffwechsel-, Hormon- und Vitaminwerte, die dabei fehlen, nadelfrei von zu Hause. Statt einer Einmal-Messung baust du dir einen Verlauf auf.

  • ApoB, der aussagekräftigste Marker für dein Herz-Kreislauf-Risiko

  • Nüchtern-Glukose für den Zuckerstoffwechsel

  • TSH für die Schilddrüse

  • Vitamin D für Immunsystem und Knochen

  • Ferritin als Eisenspeicher und Frühwarnung vor Eisenmangel

Alle Damoi-Panels ansehen →

Häufige Fragen zum großen Blutbild

Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Blutbild?

Das kleine Blutbild bestimmt die roten Blutkörperchen, das Hämoglobin, die Blutplättchen und die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen. Das große Blutbild ergänzt das kleine um das Differentialblutbild, also die Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen in ihre Unterarten. Die Blutabnahme ist bei beiden identisch, das große Blutbild liefert nur mehr Information über das Immunsystem.

Was kostet ein großes Blutbild für Selbstzahler?

Die reine Laboranalyse eines großen Blutbilds kostet nur etwa 5 bis 6 Euro. Inklusive Blutentnahme und ärztlicher Auswertung kommen als Selbstzahler rund 20 Euro zusammen. Höhere Beträge von 100 Euro oder mehr entstehen erst durch Zusatzwerte wie Schilddrüse, Blutfette oder Vitamine, die nicht zum großen Blutbild gehören. Bei medizinischem Anlass zahlt die Krankenkasse.

Muss man für ein großes Blutbild nüchtern sein?

Für das große Blutbild selbst musst du nicht nüchtern sein, die Blutzellen verändern sich durch eine Mahlzeit kaum. Nüchtern erscheinen musst du nur, wenn zusätzlich Werte des Zucker- oder Fettstoffwechsels bestimmt werden, etwa Nüchtern-Glukose oder Blutfette. Frag am besten vorher in der Praxis nach, welche Werte geplant sind.

Wie oft sollte man ein großes Blutbild machen?

Das hängt vom Anlass ab. Bei Beschwerden oder einer Therapiekontrolle wird ein Blutbild so oft gemacht, wie es medizinisch nötig ist. Ohne Anlass gibt es kein jährliches Wunsch-Blutbild auf Kassenkosten; der kostenlose Check-up mit Blutbild steht ab 35 Jahren alle drei Jahre zu. Wer engmaschiger vorsorgen will, tut das eigenverantwortlich.

Kann ein großes Blutbild alle Krankheiten erkennen?

Nein. Ein großes Blutbild zeigt nur deine Blutzellen und gibt Hinweise auf Infektionen, Entzündungen, Blutarmut und einige Bluterkrankungen. Stoffwechselstörungen, ein hohes Herz-Kreislauf-Risiko, Schilddrüsenprobleme oder Vitaminmängel sieht es nicht. Für diese Bereiche braucht es zusätzliche Laborwerte, die kein Bestandteil des Blutbilds sind.

Fazit: Wichtig, aber nur die halbe Wahrheit

Ein großes Blutbild ist ein starker, günstiger Standardtest, der viel über deine Blutzellen und dein Immunsystem verrät. Bei Infekten, Entzündungen und Blutarmut ist es zu Recht die erste Wahl. Nur solltest du wissen, wo seine Grenzen liegen: Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-Risiko, Schilddrüse, Hormone und Vitamine bleiben außen vor. Es ersetzt also keinen Gesundheits-Check, sondern deckt einen wichtigen, aber begrenzten Ausschnitt ab. Wer nur auf die Blutzellen schaut, übersieht genau die Werte, die sich über Jahre langsam verschieben und die man früh beeinflussen kann. Wenn du dieses vollständige Bild willst und deine Werte über die Zeit verfolgen möchtest, lohnt sich der Blick auf alle Marker, die Damoi misst, ergänzend zum Blutbild deines Arztes.

Quellen

  1. El Brihi, J. & Pathak, S. (2024). Normal and Abnormal Complete Blood Count With Differential. StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing. NCBI Bookshelf

  2. Mank, V. et al. (2024). Leukocytosis. StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing. NCBI Bookshelf

  3. World Health Organization (2024). Guideline on haemoglobin cutoffs to define anaemia in individuals and populations. Geneva: WHO. WHO

  4. Buonacera, A., Stancanelli, B., Colaci, M. & Malatino, L. (2022). Neutrophil to Lymphocyte Ratio: An Emerging Marker of the Relationships between the Immune System and Diseases. International Journal of Molecular Sciences, 23(7), 3636. PubMed

  5. Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Onkopedia-Leitlinie: Eisenmangel und Eisenmangelanämie. DGHO

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Damoi diagnostiziert keine Erkrankungen und gibt keine Therapieempfehlungen.

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