Progesteron
Progesteron reguliert den weiblichen Zyklus, Schlafqualität und Stressresilienz. Bei Männern produziert als Testosteron-Vorstufe und Neurosteroid. Suboptimale Spiegel, besonders in der Lutealphase und Perimenopause, sind häufig und bleiben meist ungetestet.

Das Gleichgewichtshormon, Gegenspieler von Östrogen
Progesteron ist ein Steroidhormon, das bei Frauen primär im Corpus luteum nach dem Eisprung produziert wird, mit einem deutlichen Peak in der Lutealphase. Es bereitet die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vor, reguliert den Zyklus und wirkt als natürlicher Gegenspieler von Östrogen. Progesteron und seine Metaboliten wirken zudem als Neurosteroide, sie aktivieren GABA-Rezeptoren im Gehirn und haben direkte schlaf- und stimmungsfördernde Wirkung.
Bei Männern wird Progesteron in geringen Mengen in Nebennieren und Hoden produziert und dient als Vorstufe für Testosteron und Cortisol. Niedriges Progesteron bei Männern kann auf Nebennierenbelastung oder Hormonpfad-Ineffizienz hinweisen. Die Messung ist auch bei Männern informativ, wird aber fast nie durchgeführt.
Lutealphase-Insuffizienz und Perimenopause, zwei häufige blinde Flecken
Lutealphase-Insuffizienz, zu niedriges Progesteron nach dem Eisprung, ist eine häufige Ursache für Zyklusunregelmäßigkeiten, prämenstruelles Syndrom, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen. Sie bleibt oft undiagnostiziert, weil Progesteron selten gemessen wird und stark zyklusabhängig schwankt.
In der Perimenopause sinkt Progesteron früher und stärker als Östradiol. Relative Östrogendominanz, normales Östradiol bei niedrigem Progesteron, erklärt viele Perimenopause-Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit und Gewichtszunahme, die oft fälschlich dem Östrogenabfall zugeschrieben werden.
Prior (Climacteric, 2011) · Bixo et al. (Psychoneuroendocrinology, 2017) · Schindler (Gynecol Endocrinol, 2003)
Was deinen Progesteronspiegel beeinflusst
Progesteron stark zyklusabhängig, nur in der Lutealphase (Tag 18–22) aussagekräftig messbar. Follikelphase und Menopause: < 1 ng/mL ist normal.
Prior (Climacteric, 2011) · Bixo et al. (Psychoneuroendocrinology, 2017) · Schindler (Gynecol Endocrinol, 2003)


