Kreatininwert Tabelle: Normalwerte nach Alter

Letzte Aktualisierung: 12.06.2026

Nierenwerte Verstehen

Kurzantwort: Ein normaler Kreatininwert liegt bei Frauen zwischen 0,5 und 1,0 mg/dl (44 bis 88 µmol/l) und bei Männern zwischen 0,6 und 1,2 mg/dl (53 bis 106 µmol/l). Die obere Grenze steigt mit dem Alter. Die folgende Kreatininwert-Tabelle zeigt die Referenzbereiche nach Alter und Geschlecht. Entscheidend bleibt der Verlauf, nicht der Einzelwert.

Auf fast jedem Laborbefund steht er, doch kaum jemand weiß ihn einzuordnen: der Kreatininwert. Eine Kreatininwert-Tabelle hilft dir, deinen Wert in Sekunden zu prüfen, denn ein „normaler" Bereich hängt von Geschlecht, Alter und Muskelmasse ab. Genau hier hakt es bei den meisten Befunden: Eine einzelne Zahl ohne Vergleichsbereich sagt wenig. Kreatinin ist ein Abbauprodukt aus deinen Muskeln, das die Nieren aus dem Blut filtern. Steigt der Wert, kann das ein Hinweis auf eine nachlassende Filterleistung sein. In diesem Artikel findest du die vollständige Kreatininwert-Tabelle nach Alter und Geschlecht, die Umrechnung von mg/dl in µmol/l und eine klare Einordnung, ab wann ein erhöhter Kreatininwert wirklich auffällig wird.

Kreatininwert-Tabelle: Normalwerte für Frauen und Männer

Ein normaler Kreatininwert liegt im Serum bei Frauen zwischen 0,5 und 1,0 mg/dl und bei Männern zwischen 0,6 und 1,2 mg/dl, jeweils nach der verbreiteten Jaffé-Labormethode (med4you Referenzbereiche). Die folgende Kreatininwert-Tabelle zeigt diese Erwachsenen-Bereiche zusätzlich in der Laboreinheit µmol/l. Sie ist der schnellste Weg, deinen eigenen Wert grob einzusortieren, bevor es weiter unten um Alter, Ursachen und Verlauf geht.

Gruppe

Kreatininwert (mg/dl)

Kreatininwert (µmol/l)

Frauen (Erwachsene)

0,5 bis 1,0

44 bis 88

Männer (Erwachsene)

0,6 bis 1,2

53 bis 106

Jugendliche (13 bis 17 Jahre)

0,5 bis 1,2

44 bis 106

Kinder (1 bis 12 Jahre)

0,3 bis 1,0

27 bis 88

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.

Wichtig zur Einordnung der Kreatininwert-Tabelle: Der Wert hängt stark von der Muskelmasse ab. Wer regelmäßig Krafttraining macht und viel Muskelmasse trägt, liegt physiologisch höher, ohne dass die Nieren beeinträchtigt sind. Umgekehrt haben schmächtige oder sehr proteinarm essende Menschen oft niedrigere Werte. Damoi nennt für den Kreatininwert als günstigen Orientierungsbereich 0,6 bis 1,1 mg/dl bei Frauen und 0,7 bis 1,2 mg/dl bei Männern. Diese engeren Optimum-Bänder liegen innerhalb der breiten Labor-Referenz und zeigen, wohin sich ein gesunder Wert idealerweise einpendelt.

Kreatininwert-Tabelle nach Alter

Die obere Grenze der Kreatininwert-Tabelle verschiebt sich mit dem Alter nach oben, weil die Nierenfunktion natürlicherweise nachlässt. Bei Männern bis 70 liegt die obere Normgrenze um 1,4 mg/dl, zwischen 70 und 79 bei etwa 1,7 mg/dl und ab 80 bei rund 1,9 mg/dl (Salive et al., Age and Ageing 1995). Ein leicht höherer Kreatininwert bei einem 78-Jährigen ist deshalb anders zu lesen als derselbe Wert bei einem 30-Jährigen. Die folgende Kreatininwert-Tabelle nach Alter zeigt die oberen Grenzwerte für Erwachsene.

Altersgruppe

Frauen: obere Grenze (mg/dl)

Männer: obere Grenze (mg/dl)

Erwachsene bis 70 Jahre

bis 1,2

bis 1,4

70 bis 79 Jahre

bis 1,4

bis 1,7

ab 80 Jahren

bis 1,5 bis 1,6

bis 1,9

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.

Kreatininwert in µmol/l umrechnen

Deutsche Labore geben den Kreatininwert in mg/dl an, viele internationale Befunde dagegen in µmol/l. Die Umrechnung ist einfach: mg/dl wird mit dem Faktor 88,4 multipliziert, um auf µmol/l zu kommen; umgekehrt multiplizierst du µmol/l mit 0,0113 (med4you Referenzbereiche). Ein Wert von 1,0 mg/dl entspricht also rund 88 µmol/l. Wer Befunde aus verschiedenen Quellen vergleicht, sollte immer auf dieselbe Einheit umrechnen, sonst wirkt ein völlig normaler Wert plötzlich alarmierend hoch. Diese kleine Umrechnungs-Tabelle hältst du am besten griffbereit.

Ausgangseinheit

Rechenoperation

Zieleinheit

mg/dl

× 88,4

µmol/l

µmol/l

× 0,0113

mg/dl

Was ist ein normaler Kreatininwert?

Ein normaler Kreatininwert bedeutet, dass deine Nieren das Abbauprodukt Kreatinin zuverlässig aus dem Blut filtern. Kreatinin entsteht im Muskelstoffwechsel, wenn der Körper Kreatinphosphat zur Energiegewinnung nutzt. Es gelangt über das Blut zu den Nieren und wird mit dem Urin ausgeschieden. Funktionieren die Nieren gut, bleibt der Spiegel im Bereich der Kreatininwert-Tabelle. Lässt die Filterleistung nach, staut sich Kreatinin im Blut und der Wert steigt.

Der Kreatininwert ist deshalb einer der am häufigsten bestimmten Laborwerte überhaupt: schnell, günstig und ein erster Anhaltspunkt für die Nierenfunktion. Er hat aber eine Schwäche. Der Wert reagiert träge: Die Nierenfunktion kann bereits um rund 50 Prozent eingeschränkt sein, bevor der Kreatininwert die Grenzen der Tabelle verlässt (Thomas, Labor und Diagnose 2020). Mediziner sprechen vom „kreatininblinden Bereich". Aus diesem Grund wird der Kreatininwert heute fast immer zusammen mit der berechneten Filtrationsrate (eGFR) betrachtet, die feiner reagiert. Solange der Wert innerhalb der Kreatininwert-Tabelle bleibt, arbeiten die Nieren in der Regel zuverlässig.

Normaler Kreatininwert im Muskelstoffwechsel

Kreatinin stammt aus dem Muskelstoffwechsel, deshalb verschiebt viel Muskelmasse den Wert nach oben, ohne dass die Niere leidet.

Ab wann ist der Kreatininwert zu hoch?

Ein Kreatininwert gilt grob als erhöht, wenn er bei Männern über 1,2 mg/dl und bei Frauen über 1,0 mg/dl liegt, also über der oberen Grenze der Kreatininwert-Tabelle für Erwachsene. Ab wann es kritisch wird, lässt sich aber nicht pauschal sagen, weil Muskelmasse, Alter und Flüssigkeitshaushalt mitspielen. Ein stabiler Wert von 1,3 mg/dl bei einem muskulösen Mann ist anders zu bewerten als ein Anstieg von 0,8 auf 1,3 mg/dl innerhalb weniger Monate. Die folgende Kreatininwert-Tabelle gibt eine grobe Orientierung, ab wann ein erhöhter Kreatininwert auffällig wird.

Kreatininwert (mg/dl)

Einschätzung

unter 1,2 (Männer) / unter 1,0 (Frauen)

Normalbereich

1,3 bis 1,9

leicht erhöht, Ursache abklären und engmaschiger kontrollieren

2,0 bis 5,0

deutlich erhöht, kann auf eine Nierenfunktionsstörung hinweisen, ärztliche Abklärung sinnvoll

über 5,0

stark erhöht, mögliches Nierenversagen, sofortige ärztliche Abklärung

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.

Häufige Ursachen für einen erhöhten Kreatininwert

Ein erhöhter Kreatininwert ist nicht gleichbedeutend mit einer Nierenerkrankung. Viele Ursachen heben den Wert vorübergehend an, ohne dass die Nieren dauerhaft Schaden nehmen:

  • Dehydration: Zu wenig Trinken konzentriert das Blut und treibt den Kreatininwert hoch. Eine der häufigsten und harmlosesten Ursachen.

  • Intensive Belastung: Nach hartem Training kann der Wert kurzfristig steigen, das ist Trainingsanpassung und normalisiert sich meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden.

  • Kreatin-Supplementierung: Wer Kreatin im Kraftsport nimmt, hat oft leicht erhöhte Werte, ohne dass die Nierenfunktion betroffen ist.

  • Proteinreiche Ernährung: Sehr viel Protein oder gekochtes Fleisch am Vorabend kann den Kreatininwert temporär anheben.

  • Medikamente: Bestimmte Wirkstoffe wie NSAID-Schmerzmittel (Ibuprofen), ACE-Hemmer oder einige Antibiotika können den Wert verändern.

  • Eingeschränkte Nierenfunktion: Chronisch erhöhte Werte ohne diese Erklärungen können auf eine Niereninsuffizienz hinweisen.

Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer Momentaufnahme und einem Trend. Ein einzelner Wert nach dem Sport bedeutet etwas anderes als ein Wert, der über mehrere Messungen langsam ansteigt.

Was bedeutet ein zu niedriger Kreatininwert?

Ein zu niedriger Kreatininwert ist deutlich seltener als ein erhöhter und in den meisten Fällen medizinisch unbedenklich. Weil Kreatinin aus dem Muskelstoffwechsel stammt, liegt die häufigste Ursache in einer geringen Muskelmasse, etwa bei sehr schlanken Menschen, im höheren Alter oder bei rein pflanzlicher Ernährung. Auch eine Schwangerschaft senkt den Wert oft, weil das Blutvolumen steigt und die Nieren mehr filtern.

Werte unterhalb der Kreatininwert-Tabelle sind deshalb meist kein Grund zur Sorge. Nur sehr selten deuten extrem niedrige Werte auf eine schwere Muskelerkrankung oder eine fortgeschrittene Lebererkrankung hin. Wichtig ist der Kontext: Ein niedriger Kreatininwert verzerrt auch die berechnete Filtrationsrate nach oben, sie kann dann besser aussehen, als die Nieren tatsächlich arbeiten. Wer wenig Muskelmasse hat, profitiert deshalb von ergänzenden Markern wie Cystatin C. In der Kreatininwert-Tabelle erscheint sein Wert dann oft unauffällig niedrig.

Warum die GFR den Kreatininwert ergänzt

Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) gibt an, wie viel Blut deine Nieren pro Minute filtern, und sie reagiert früher als der Kreatininwert allein. Sie wird nicht direkt gemessen, sondern aus Kreatinin, Alter und Geschlecht berechnet; das Ergebnis heißt eGFR (geschätzte GFR). Während Kreatinin erst bei über 50 Prozent Funktionsverlust auffällig wird, zeigt die eGFR Veränderungen deutlich eher. Deshalb nutzen Nephrologen sie als Standard, um die Nierenfunktion einzustufen. Sie ergänzt die Kreatininwert-Tabelle um eine Funktionsperspektive, die der Einzelwert nicht liefert.

Ein normaler eGFR-Wert liegt über 90 ml/min/1,73 m². Liegt er länger als drei Monate unter 60, erfüllt das die Definition einer chronischen Nierenerkrankung, unabhängig von Symptomen (KDIGO 2024). Die heute weltweit genutzte CKD-EPI-Formel hat Kreatinin als Hauptkomponente. Wie der Kreatinin-Marker selbst ist auch die eGFR eine Schätzung: Einzelne Ausreißer sagen wenig, erst der Verlauf zeigt, ob die Nierenfunktion stabil ist. Am genauesten wird die eGFR, wenn sie aus Kreatinin und Cystatin C gemeinsam berechnet wird, weil das den Einfluss der Muskelmasse ausgleicht (National Kidney Foundation, 2026).

GFR ergänzt den Kreatininwert bei der Nierenfunktion

Die berechnete Filtrationsrate (eGFR) reagiert früher als der Kreatininwert und ordnet ihn in Funktionsstadien ein.

GFR-Tabelle: Stadien und Werte nach Alter

Die international anerkannte Einteilung der Nierenfunktion nach eGFR-Stadien hilft, einen erhöhten Kreatininwert einzuordnen, den die Kreatininwert-Tabelle allein nur grob bewertet. Wichtig dabei: Die eGFR sinkt natürlicherweise mit dem Alter, im Schnitt von 116 ml/min bei 20- bis 29-Jährigen auf 75 ml/min ab 70 Jahren (National Kidney Foundation, 2026). Ein 70-Jähriger mit einer eGFR von 75 ist also nicht automatisch nierenkrank.

Stadium

eGFR (ml/min/1,73 m²)

Nierenfunktion

G1

90 oder höher

normal, bei auffälligem Urinbefund trotzdem abklärungsbedürftig

G2

60 bis 89

leicht eingeschränkt, oft altersbedingt

G3a

45 bis 59

leicht bis moderat eingeschränkt

G3b

30 bis 44

moderat bis schwer eingeschränkt

G4

15 bis 29

schwer eingeschränkt

G5

unter 15

Nierenversagen

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.

Welche weiteren Nierenwerte gehören in die Tabelle?

Der Kreatininwert und die eGFR sind die beiden wichtigsten, aber nicht die einzigen Nierenwerte. Ein vollständiges Bild der Nieren- und Leberbelastung entsteht erst im Verbund mehrerer Marker, denn jeder beleuchtet einen anderen Aspekt. Die folgende Übersicht zeigt, welche Werte zusammen mit dem Kreatininwert in eine umfassende Tabelle gehören und was sie jeweils messen, also über die reine Kreatininwert-Tabelle hinausgehen.

Nierenwert

Was er misst

Normalbereich (Erwachsene)

Kreatinin (Serum)

Muskelabbauprodukt, von den Nieren gefiltert

0,5 bis 1,2 mg/dl (geschlechtsabhängig)

eGFR

berechnete Filtrationsleistung der Nieren

über 90 ml/min/1,73 m²

Harnsäure

Abbauprodukt von Purinen, über die Nieren ausgeschieden

3,4 bis 7,0 mg/dl (Männer), 2,4 bis 5,7 mg/dl (Frauen)

Harnstoff (BUN)

Endprodukt des Proteinstoffwechsels

17 bis 43 mg/dl

Cystatin C

Eiweiß, unabhängig von der Muskelmasse

0,61 bis 0,95 mg/l

Albumin im Urin

Eiweiß im Urin als Zeichen für Nierenschaden

unter 30 mg/g

⚕️ Hinweis: Die angegebenen Referenzbereiche dienen der Orientierung und können je nach Labor und Methode abweichen. Sie ersetzen keine ärztliche Bewertung.

Besonders die Harnsäure wird oft gemeinsam mit dem Kreatininwert betrachtet, weil beide über die Nieren ausgeschieden werden. Cystatin C ist eine sinnvolle Ergänzung für Menschen mit sehr hoher oder sehr niedriger Muskelmasse, weil es nicht von ihr abhängt. Harnstoff (BUN) wird oft im Verhältnis zum Kreatinin gelesen: Ein erhöhter Quotient deutet eher auf Flüssigkeitsmangel hin, ein normaler eher auf eine stabile Filtration. Albumin im Urin gilt als besonders früher Marker, es kann auffällig werden, bevor Kreatinin oder eGFR die Grenzen der Kreatininwert-Tabelle verlassen, und ergänzt die Blutwerte deshalb sinnvoll. In einem umfassenden Organ-Check gehören außerdem die Leberwerte ALT, AST und GGT dazu, ebenso die Eiweißmarker Albumin und Gesamteiweiß sowie Bilirubin. Eine vollständige Übersicht aller Marker findest du im Leber- und Niere-Cluster.

Wie kannst du einen erhöhten Kreatininwert senken?

Wenn dein Kreatininwert leicht über der Tabelle liegt und keine fortgeschrittene Nierenerkrankung vorliegt, gibt es konkrete Hebel, die du selbst in der Hand hast. Sie wirken vor allem über die beiden größten Risikofaktoren für die Nieren, Blutdruck und Blutzucker, und über den Flüssigkeitshaushalt. Schnelle Wunder solltest du nicht erwarten, aber über Wochen lässt sich ein leicht erhöhter Kreatininwert oft wieder in den Bereich der Kreatininwert-Tabelle bewegen.

  • Hydration: 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag sind ein guter Richtwert, bei Sport oder hoher Proteinzufuhr mehr. Das ist der schnellste Hebel.

  • Protein bewusst dosieren: 0,8 bis 1,2 g pro Kilogramm Körpergewicht sind bei normaler Nierenfunktion unproblematisch. Bei eingeschränkter Funktion kann zu viel Protein zusätzlich belasten.

  • Medikamente prüfen: Regelmäßige NSAID-Schmerzmittel wie Ibuprofen mit dem Arzt hinterfragen, auch hochdosierte Supplements verdienen einen zweiten Blick.

  • Blutdruck und Blutzucker managen: Die wirksamste Prävention, denn Diabetes ist die häufigste Ursache chronischer Nierenerkrankungen. Wie eng Blutzucker und Nieren zusammenhängen, zeigt der HbA1c-Wert.

  • Salz reduzieren: Die WHO empfiehlt unter 5 g pro Tag, die meisten in Deutschland liegen bei 8 bis 10 g. Der Großteil steckt in verarbeiteten Lebensmitteln.

Ein praktischer Hinweis zum Messen: Direkt nach einem harten Trainingstag ist der Kreatininwert oft kurzfristig höher. Wer aussagekräftige Werte will, misst lieber an einem ruhigen Tag und gut hydriert.

Warum eine einzelne Messung deinen Kreatininwert verzerrt

Eine einzelne Messung zeigt dir nur, wo dein Kreatininwert heute steht, nicht, wohin er sich entwickelt, und genau das ist die wichtigere Frage. Der Wert schwankt natürlicherweise: nach dem Training höher, nach einem Steak anders als nach einem Salat, morgens anders als abends. Ein erhöhter Einzelwert nach einem Marathon bedeutet etwas völlig anderes als ein Wert, der über drei Messungen langsam steigt. Ohne Verlaufsdaten lässt sich beides nicht unterscheiden. Wer etwa abends ein großes Steak isst und am nächsten Morgen misst, sieht oft einen leicht höheren Kreatininwert, ganz ohne dass sich an den Nieren etwas geändert hätte.

Genau hier liegt die Schwäche der jährlichen Vorsorge: Du bekommst einen Wert, der mit der Kreatininwert-Tabelle verglichen wird, grün oder rot. Was verloren geht, ist die Veränderungsrate, die in der Nephrologie als einer der stärksten Hinweise auf den Verlauf gilt. Regelmäßiges Monitoring löst das. Es trennt kurzfristige Schwankungen von echten Trends und macht den Effekt von Maßnahmen sichtbar. Das ist der Unterschied zwischen einer Momentaufnahme und einem echten Trend.

So misst Damoi den Kreatininwert

Damoi misst den Kreatininwert als Teil von Panel 2 (Organ und Entzündung), nadelfrei zu Hause mit dem Tasso-Tester. Im Subscription-Panel wird er monatlich bestimmt, sodass du den Trend deiner Nierenfunktion in der App im Verlauf siehst, statt einer Momentaufnahme einmal im Jahr. Innerhalb von 36 bis 48 Stunden hast du deinen Wert, ganz ohne Arzttermin.

Kreatinin bei Damoi testen →

Kreatininwert im Verlauf statt Einzelmessung verfolgen

Erst der Verlauf über mehrere Messungen trennt kurzfristige Schwankungen vom echten Trend der Nierenfunktion.

Häufige Fragen zur Kreatininwert-Tabelle

Was ist ein normaler Kreatininwert laut Tabelle?

Laut Kreatininwert-Tabelle liegt ein normaler Wert bei Frauen zwischen 0,5 und 1,0 mg/dl (44 bis 88 µmol/l) und bei Männern zwischen 0,6 und 1,2 mg/dl (53 bis 106 µmol/l). Die obere Grenze steigt mit dem Alter und hängt von der Muskelmasse ab. Sehr muskulöse Menschen liegen physiologisch höher, ohne dass die Nieren beeinträchtigt sind.

Wie lese ich die Kreatininwert-Tabelle nach Alter?

In der Kreatininwert-Tabelle nach Alter verschiebt sich die obere Normgrenze nach oben, weil die Nierenfunktion natürlicherweise nachlässt. Bei Männern bis 70 liegt sie um 1,4 mg/dl, zwischen 70 und 79 bei etwa 1,7 mg/dl und ab 80 bei rund 1,9 mg/dl. Ein leicht höherer Wert im Alter ist deshalb anders zu bewerten als bei jungen Erwachsenen.

Ab welchem Kreatininwert wird es gefährlich?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil Muskelmasse, Geschlecht und Alter mitspielen. Als Orientierung gelten bei Männern Werte über 1,2 mg/dl und bei Frauen über 1,0 mg/dl als erhöht; ab 2,0 mg/dl kann eine relevante Nierenfunktionsstörung dahinterstehen. Entscheidend ist weniger der Einzelwert als der Verlauf über mehrere Messungen.

Wie rechne ich den Kreatininwert von mg/dl in µmol/l um?

Du multiplizierst den Wert in mg/dl mit 88,4, um auf µmol/l zu kommen. Umgekehrt multiplizierst du µmol/l mit 0,0113, um mg/dl zu erhalten. Ein Kreatininwert von 1,0 mg/dl entspricht damit rund 88 µmol/l. Beim Vergleich von Befunden immer dieselbe Einheit verwenden, sonst wirkt ein normaler Wert schnell alarmierend.

Wie oft sollte man den Kreatininwert kontrollieren?

Für gesunde Erwachsene ohne Risikofaktoren reicht meist eine jährliche Kontrolle. Bei Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung empfehlen die KDIGO-Leitlinien mindestens ein- bis zweimal jährlich. Wer Trends früh erkennen und den Effekt von Lebensstil-Änderungen sehen will, profitiert von kürzeren Intervallen. Damoi misst den Kreatininwert dafür monatlich im Subscription-Panel.

Fazit: Die Tabelle ist der Anfang, der Verlauf entscheidet

Eine Kreatininwert-Tabelle ist der schnellste Weg, deinen Befund einzuordnen: Frauen 0,5 bis 1,0 mg/dl, Männer 0,6 bis 1,2 mg/dl, mit nach oben steigender Grenze im Alter. Doch ein einzelner Wert bleibt eine Momentaufnahme. Ob deine Nieren stabil arbeiten, zeigt erst der Verlauf über mehrere Messungen, idealerweise ergänzt um die eGFR und verwandte Marker. Wenn du deine Nierenwerte selbst im Blick behalten willst, findest du im Damoi-Marker-Überblick alle Werte erklärt, und im Leber-Niere-Test misst du Kreatinin nadelfrei von zu Hause. Wer tiefer einsteigen will, findet im Leitfaden Blutwerte verstehen die Einordnung der wichtigsten Marker. Und wenn dich anhaltende Müdigkeit begleitet, lohnt der Blick auf das gesamte Organ-Panel statt auf eine einzelne Zahl. Die Kreatininwert-Tabelle bleibt dein Startpunkt, der Verlauf macht daraus ein echtes Bild.

Quellen

  1. National Kidney Foundation (2026). Estimated Glomerular Filtration Rate (eGFR). kidney.org

  2. National Kidney Foundation (2023). Creatinine. kidney.org

  3. KDIGO (2024). Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney International. kdigo.org

  4. med4you / Zeilinger M. Kreatinin Referenzbereiche (Quellen: Salive et al., Age and Ageing 1995; Thomas L., Labor und Diagnose). med4you.at

  5. Thomas, L. (2020). Labor und Diagnose: Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik. 8. Auflage.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Damoi diagnostiziert keine Erkrankungen und gibt keine Therapieempfehlungen.

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